Freitag, 10. Mai 2013

Die letzte Woche in Cusco

...hatten wir nachmittags gemeinsam Sprachunterricht, in dem wir unsere Sprachlevel weiter annäherten und uns in den grammatikalischen Untiefen von Imperativo, Condicional und direkten bzw. indirekten Objekten (la, lo, los, las, se, me, ti...) verstrickten. Am Donnerstag legten wir dann unser "Examen" ab und haben es jetzt schwarz auf weiss, dass wir in der spanischen Sprache fortgeschritten sind =O).

Ich (Sarah) half am Vormittag in der Schule der Klinik in einer der 6 Klassen mit. Dies war totoal anders als, die Zeit "auf Station". Die Lehrerin Betsy ist eine immerfröhliche und sehr herzliche junge Frau, die jedem der 13 Kinder mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten  (von denen meistens jedoch nur 7 - 10 anwesend waren) das Gefühl geben konnte wahrgenommen und geschätzt zu werden, und auch den Helfern. Anfangs wurde gesungen und jeder einzeln begrüßt, jedes Kind durfte dann einen Punkt in die Anwesenheitsliste eintragen, dann wurde "gearbeitet"; meist mit Arbeitsblättern bei denen die Kinder unterschiedliche Hilfestellungen erhielten, je nach Kompetenzen. Ich half mal bei diesem und mal bei jenem Kind, meist jedoch bei Christopher einem kleinen Jungen mit Down-Syndrom, der den draussen arbeitenden Traktor meist viel interessanter fand, als seine Aufgaben...=O)Am letzten Tag machte er mir eine große Freude, als er mit äusserster Faszination die Konturen des Buchstabens "M" mit seinem Finger nachfuhr und es dann zuließ, dass ich seine Hand mit einem Stift führte. Mit leuchtenden Augen hefteten wir dann beide stolz sein Ergebnis an seinen Platz. Dann gab es eine kleine 2. Frühstücksrunde, bei denen Betsy auch darauf achtet, dass die Kinder der Klinik, die keine Knabbereien mitbringen konnten, von den anderen Kindern, die bei ihren Familien wohnen, kleine Snacks erhielten. So wurde teilen gelernt und auch die Gemeinschaft gestärkt, viele Kinder freuten sich auch, wenn sie etwas abgeben durften. Danach war eine halbe Stunde Pause mit Fußball spielen und ähnlichem im Hof. Danach ging es weiter bis um halb 1. Die Schule ist durchweg kostenfrei und kann von allen Kindern in Anspruch genommen werden, die in der Regelschule keinen Platz bekommen. Für mich war es eine sehr spannende Erfahrung, da ich noch nie in einer Schulsituation mit besonderen Kindern zusammenarbeiten konnte. Ich war sehr beeindruckt davon, wie es Betsy verstand den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder gerecht zu werden.

Am Mittwoch hatten wir frei, da an diesem Tag ja der 1. Mai war - weltweiter Tag der Arbeit. Wir nutzten diesen Tag zu einem Ausflug ins "Valle Sagrado", das Heilige Tal der Inka mit ihrem Fluss Urubamba und den größtenteils als Anbaufläche genutzten Feldern. An diesem Tag haben wir den urbanen Transportverkehr richtig kennengelernt d.h. Ellenbögen und Bäuche einziehen und sich möglichst dünn machen. Und wenn man dachte: "da ist kein Platz mehr", blieb der Ticketverkäufer optimistisch und hat immer weiter dazu aufgerufen, bis nach hinten durchzutreten usw. Und dann haben doch noch mal fünf Leute mehr reingepasst. So haben wir das mehrere Male erlebt... Wir fuhren mit dem Bus erstmal bis nach Calca, wo wir versuchten die Thermalquellen der Kleinstadt zu erreichen. In einem Laden sagte man uns "15 Minuten", als aber nach 45 Minuten Spaziergang immer noch nichts zu sehen war und wir uns praktisch schon ausserhalb der Stadt befanden, wurden wir etwas stutzig. Als wir dann ein Taxi anhielten und etwas genauer nachfragten, meinte er nur '8km' und '25 Soles'. Oh nein, so weit weg wollten wir doch nicht, für den Nachmittag hatten wir doch was anderes geplant. Die Dame im Laden meinte bestimmt "15 Minuten mit dem Taxi"! Ah, ja!
Also machten wir uns wieder zurück in die Stadtmitte und auf nach Urubamba und nach Moray, einer alten Landwirtschaftsversuchsanlage der Inkas. Auf dem Weg dahin mussten wir ein Taxi nehmen, da die Anlage doch etwas weit weg vom Schuss ist. An der Bushaltestelle wartete auch schon ein Taxi, was uns gerne diesen Dienst erweisen wollte. Mit uns stiegen noch zwei andere Personen aus dem Bus, die nach Maras wollten. Dies liegt auf dem Weg nach Moray, sodass wir eigentlich hätten zusammen fahren können. Aber der Taxifahrer wollte das irgendwie nicht verstehen; wir wollten dafür den jungen Mann und die ältere, etwas verwirrt wirkende Inka-Dame nicht alleine stehen lassen. Also verhandelten wir einige Minuten, bis der Taxifahrer uns dann letztendlich doch alle mitnahm. Moray selbst ist landschaftsarchitektonisch sehr interessant. Die Inkas haben damit versucht herauszufinden, in welcher Höhelage welche Pflanzen am besten gedeihen. Dazu haben sie in Moray ringförmig und terassenartig Felder angelegt, die mit einem ausgeklügelten Bewässerungsystem versehen sind. Die Höhe der einzelnen Ringe beträgt jeweils 2 Meter und insgesamt gibt es 24 verschiedene Stufen, das Ganze ist also ziemlich gross! Eigentlich würden wir hier jetzt gerne Bilder zeigen, aber irgendwie klappt das grade  nicht.... :(

Hinterher besuchten wir noch die "Salineras", hunderte kleiner Salzterrassen. In den umliegenden Bergen gibt es jede Menge Salzkristalle, die durch einen Bach herausgewaschen werden. Dieses Salzwasser wird in vielen kleinen "MiniPools" gestaut, verdunstet und zurück bleibt das Salz, welches nun genutzt werden kann. In den umliegenden Souvenirgeschäften gab es jede Menge Verwendungsmöglichkeiten dafür, z.B. auch Schokolade mit Salz... Wir haben es jedoch nicht probiert...


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